Tipps zu den Reisen
Bevölkerung
Die über 24 Mio. Einwohner bilden eine lebhafte Mischung aus verschiedenen Kulturen und Traditionen. Fast 70% der Venezolaner sind Mestizen und Mulatten, 20% Weisse und 9% Schwarze. Die Indianer-Stämme, die teilweise noch sehr zurückgezogen leben, machen ca. 2% der Gesamtbevölkerung aus. Venezuela wird auch als Land der Jugend bezeichnet, denn 50% der Venezolaner sind jünger als 20 Jahre und nur gerade 4% älter als 65 Jahre. Die Bevölkerung Venezuelas ist zu 95% römisch-katholisch getauft. Der Grossteil der Bevölkerung (ca. 80%) lebt in den Grossräumen der nördlichen Städte, während riesige Landstriche im südlichen Teil des Landes fast unbewohnt sind.
Einreise
Für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen brauchen Schweizer, Österreicher und Deutsche kein Visum. Der Reisepass muss noch mindestens 6 Monate über das Ausreisedatum hinaus gültig sein. Bei der Einreise wird eine Touristenkarte (Tarjeta de Turismo) ausgehändigt, die Sie ausfüllen und deren Kopie in Ihrem Pass aufgehoben wird. Sie ist bei der Ausreise wieder abzugeben. Bewahren Sie deshalb diese Touristenkarte sicher auf. Am besten fertigen Sie von Pass und Touristenkarte eine Kopie an. Bitte beachten Sie weiter, dass Sie Ihrem Foto im Reisepass ähnlich sind, um mögliche Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Wenn Sie mit Ihren Kindern reisen, sollten diese auch mit den nötigen Reisepapieren ausgerüstet oder in den Elternpässen eingetragen sein. Staatsbürger anderer Nationen informieren sich bitte beim zuständigen Konsulat.
Essen und Trinken
Venezuela ist bekannt für seine ausgezeichnete Küche. Das Nationalgericht Venezuelas ist Pabellon Criollo und besteht aus Rindfleisch, schwarzen Bohnen, Reis, geriebenem Käse und Kochbananen (Platanos). In den Restaurants Venezuelas können Sie geniesserisch erleben, dass jede Region ihre ganz eigene, typische Küche hervorgebracht hat. Es würde hier zu weit führen, alles im Detail aufzuführen;
deshalb nur eine kleine und keinesfalls repräsentative Auswahl:Typisch für Mérida sind die Pizca Merideña (Suppe), die Mehlkuchen, Dulces abrillantados (Süssigkeiten mit gefärbtem Zuckerguss), Trucha andina (Forelle ganz frisch aus einem Gebirgsbach), Carabinas (Maisklösse, meist gefüllt mit Kartoffeln und Kichererbsen) und Mantecadas (Tortenart); ausserdem Getränke wie Chica andina (Gebräu aus Mais), Brombeerwein und Calentado (heisser Punsch). Zur traditionellen Küche in Trujillo gehören der berühmte Mojito, die pikanten Cuajados con Leche, Arepas (Maisfladen) und die sehr süsse Ananas. Wenn Sie auf Los Roques sind, können Sie erleben, was das Meer kulinarisch hergibt. Probieren Sie beispielsweise die Fischsuppe Sancocho de Perscado und das Muschelgericht Consomé de Chipi-Chipi. Die Llanos mit ihren vielen Viehzuchtbetrieben sind naturgemäss ein Dorado für Liebhaber von Rindfleisch. Naturgemäss bietet Caracas eine gute Gelegenheit, sämtliche kulinarischen Richtungen durchzuprobieren, denn hier finden Sie Restaurants aus allen Ecken des Landes. Essen Sie beispielsweise mittags karibische Gerichte und kosten Sie abends die Gerichte der Cowboys aus den Llanos. Oder soll es doch lieber international sein? Kein Problem, in Caracas ist alles vertreten, was weltweit gut und lecker ist.
Fotografieren
Es empfiehlt sich, genügend Filme bzw. Speicherchips mitzubringen, auch wenn Filme und Zubehör im ganzen Land zu kaufen sind. Seien Sie beim Fotografieren vorsichtig; Aufnahmen von Bettlern, Elendsvierteln, Brücken, Flughäfen und Flugzeugen, Hafen- und Militäranlagen oder öffentlichen Gebäuden könnten Ihnen Unannehmlichkeiten bereiten. Kinder lassen sich in der Regel gern fotografieren; Erwachsene sollten Sie aber auf jeden Fall um Erlaubnis bitten. Nehmen Sie bitte Rücksicht auf Einheimische und respektieren Sie deren Wunsch, wenn sie nicht fotografiert werden möchten.
Geld
Die Währung in Venezuela ist der Bolivar (1 US$ = ca. 2'000 VEP), benannt nach seinem Befreiungskämpfer Simon Bolívar. Wir empfehlen Ihnen, US$ in bar oder in Reisechecks mitzunehmen, die Sie dann in den Hauptstädten problemlos in Hotels, Banken, Wechselstuben (Cambios) oder am Flughafen in die einheimische Währung umtauschen können. Die Kreditkarten werden in den grösseren Hotels sowie in den meisten Restaurants und Geschäften akzeptiert.
Geografie
Venezuela ist Südamerikas nördlichstes Land und vereinigt auf fast 1 Mio. Quadratkilometer Fläche die gesamte landschaftliche Vielfalt des Subkontinents. Die Nachbarn Venezuelas sind Kolumbien, Brasilien und Guyana. An der Küste und in den Kordilleren herrschen angenehme Temperaturen und fruchtbare Böden. Der Rio Orinoco bildet mit einer Länge von 2'140 km und ca. 400 Nebenflüssen das grösste Flusssystem des Landes.
Impfungen
Lassen Sie sich frühzeitig durch Ihren Hausarzt oder das Tropeninstitut über den neuesten Stand der Impfungen und medizinischen Vorkehrungen beraten. Informieren Sie den Arzt über die Gebiete, in denen Sie sich während Ihrer Reise aufhalten werden. Empfehlenswert sind Impfungen wie Gelbfieber, Diphtherie, Tetanus und Hepatitis A. In speziellen Situationen sind empfohlen: Hepatitis B, Abdominaltyphus und Tollwut - Malaria je nach Risikogebiet. Gegen Malaria und Denguefieber sind starke Insektenschutzmittel und Spray für Körper und Kleidung zu empfehlen.
Zusätzlich empfehlen wir Ihnen, eine kleine Reiseapotheke mitzunehmen. Falls Sie Medikamente benötigen, nehmen Sie genügend Vorrat, das Arztrezept und die Packung mit. Die Mitnahme von Einwegspritzen für den Notfall ist zur Verhütung von gefährlichen, über das Blut übertragbaren Krankheiten zu empfehlen. Beachten Sie dabei, dass Sie eine ärztliche Bescheinigung dafür mitbringen, um sich so Unannehmlichkeiten zu ersparen. Das Mitführen des Blutgruppenausweises ist weiter sinnvoll.
Kleidung
Da Venezuela ein tropisches Land ist, sollten Sie überwiegend leichte Kleidung mitnehmen. Abends aber können die Temperaturen sinken und somit sollten wärmere Kleider nicht fehlen. In den Anden kann es sogar bis unter 0° C kalt werden und auf den Berggipfeln ist es immer sehr frisch. In der Regenzeit ist auch wasserfeste Kleidung sinnvoll. Es versteht sich, dass beim Besuch von Kirchen, nationalen Monumenten etc. angemessene Kleidung erwartet wird. In Restaurants und öffentlichen Gebäuden sind kurze Hosen tabu und es wird auf angemessene Kleidung wert gelegt. Für Badeferien sind nebst Strandbekleidung auch ein Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor und ein Sonnenhut nicht zu vergessen.
Klima und Reisezeit
Das Klima Venezuelas ist tropisch und subtropisch geprägt. Regionale Unterschiede sind gegeben, mit zunehmenden Höhenmetern fällt die Temperatur – ca. –6° C pro 1'000 Meter, so dass in den Andenregionen, im Küstengebirge sowie in der Gran Sabana samt den Tafelbergen kühlere und rauere Temperaturen auftreten. Venezuela kann ganzjährig bereist werden – man unterscheidet lediglich zwischen Trocken- und Regenzeit. Die Trockenzeit dauert in der Regel von November bis April, die Regenzeit von Mai bis Oktober. Das bedeutet aber nicht, dass es während den Monaten der Regenzeit ständig regnet. Meist gibt es einmal täglich mehr oder weniger starke Regenfälle. Die Isla Margarita erfreut sich eines milden subtropischen Klimas mit hohen Tages- und sehr angenehmen Wassertemperaturen. Gelegentlich kann es zu heftigen tropischen Regengüssen kommen, wobei diese meist nur von kurzer Dauer sind.
Nebenkosten
Für Europäische Verhältnisse sind die Nebenkosten in Venezuela sehr günstig.
Öffnungszeiten
Wegen grosser regionaler und saisonaler Unterschiede kann man bei den Öffnungszeiten für Sehenswürdigkeiten, Geschäften, Behörden etc. keine verbindlichen Angaben machen. Mit einer 2 – 3-stündigen Mittagspause sollten Sie aber rechnen. Kulturdenkmäler besichtigt man am besten zwischen 9 Uhr und 12 Uhr. Museen sind montags geschlossen, dienstags bis freitags ungefähr zwischen 9 Uhr – 12 Uhr sowie von 14 Uhr – 16 Uhr bzw. 18 Uhr geöffnet; am Wochenende durchgehend von 10 Uhr bis 16 Uhr. Der Einzelhandel öffnet montags bis samstags von 9 Uhr bis 13 Uhr sowie von 15 Uhr – 19 Uhr, vielfach auch an Sonntagvormittagen. Banken öffnen von 8:30 Uhr bis 11:30 Uhr sowie von 14 Uhr bis 16:30 Uhr; Postämter montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr. Sollten Sie auf eine Behörde müssen, erledigen Sie das wochentags zwischen 8 Uhr und 12 Uhr.
Politische Situation
Venezuela ist eine präsidiale und föderative Republik, die jetzige Verfassung trat seit 1961 in Kraft und markierte sogleich das Ende der letzten Diktatur. Die Politik hat in Venezuela einen hohen Stellenwert und hat die Venezolaner zu einer höchst politisierten Gesellschaft gemacht.
Post
Ansichtskarten von Touristen kommen in der Regel beim Empfänger an; rechnen Sie mit einer Laufzeit von 5 Tagen bis 5 Wochen. Auf den Postämtern (ipostel) können Sie neben Briefmarken auch Briefbögen für Luftpost kaufen, in deren Preis das Porto eingeschlossen ist. Briefkästen für Auslandspost sind mit „extranjero“ bzw. „internacional“ gekennzeichnet.
Sicherheit
Wenn Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen treffen und beachten wie z.B. nur mit kleinen Scheinen zu bezahlen und sich unauffällig zu benehmen, so ist die Gefahr für Sie nicht grösser als in anderen Urlaubsländern und Sie bleiben vor unliebsamen Erlebnissen bewahrt. In den Grossstädten sollte man nach Einbruch der Dunkelheit nicht alleine ausgehen und sich nur per Taxi fortbewegen. Einsame Strände und unbelebte Strassenzüge sind zu meiden. Im geparkten Auto das Gepäck nicht unbeaufsichtigt lassen.
Sonnenschutz
Sie sollten sich der intensiven Sonne Venezuelas nicht ungeschützt aussetzen. Verwenden Sie daher ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. Benutzen Sie beim Schnorcheln eine wasserfeste Creme, denn das Wasser wirkt als Brennglas und verstärkt die Wirkung der Sonne. Auch Sonnenhut und –Brille sind unbedingt zu empfehlen.
Souvenirs
In Venezuela haben Sie überall die Gelegenheit, schöne Andenken oder Mitbringsel einzukaufen. Das Angebot reicht vom Musikinstrument über Schokolade bis hin zur Hängematte und ist natürlich von Region zu Region unterschiedlich. Kaufen Sie aber auf gar keinen Fall Kunsthandwerk, das (auch nur teilweise) aus Tierteilen wie Federn, Schnäbeln, Klauen oder Fellen gemacht ist. Das ist nicht nur gesetzlich verboten, sondern gefährdet auch das Überleben vieler Tierarten.
Sprache
Offizielle Landessprache ist Spanisch. In den Grossstädten und Hotels wird meist auch Englisch gesprochen. Unter den Indianerstämmen sind ausserdem noch uralte, eigene Stammessprachen gebräuchlich.
Strom
Die venezolanischen Steckdosen entsprechen amerikanischer Norm und sind für den Anschluss deutscher Geräte unbrauchbar. Die Stromspannung beträgt 110 Volt. Denken Sie daher unbedingt daran, einen Mehrfachadapter mitzunehmen.
Telefon
Am besten funktionieren die Telefone direkt von den Fernmeldezentralen (CANTV) oder in den Hallen grosser Hotels. Telefonkarten (tarjetas) sind in den Filialen der Telefongesellschaft sowie an manchen Kiosken erhältlich. Vorwahlen: Venezuela 0058, Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041
Transport
Venezuela hat ein gutes Luftverkehrs- und Strassennetz; das noch wenig entwickelte Schienennetz sollten Sie hingegen nicht in Ihre Ferienplanung einbeziehen. Die meisten Flugverbindungen machen einen Zwischenstopp in Caracas. Bei Ausreise muss am internationalen Flughafen in Maiquetia eine Ausreisesteuer von ca. US$ 45 sowie ca. US$ 25 für Abflüge ab Porlamar bezahlt werden, sofern diese nicht schon im Flugticket enthalten ist. Auch für Inlandflüge werden Flughafentaxen (ca. US$ 2 pro Strecke) verlangt, die vor Ort bar bezahlt werden müssen. Um ein Auto zu mieten, brauchen Sie nur einen gültigen Führerschein (auch international), eine Kreditkarte und Ihren Reisepass. Die Strassenverhältnisse auf dem Festland entsprechen vielfach nicht dem europäischen Standard – teilweise müssen ungeteerte Strassenstücke oder gar Naturpisten befahren werden.
Trinkgeld
Restaurants setzen in der Regel 10% als Bedienungsgeld zusätzlich auf die Rechnung. Es ist üblich, weitere 5 – 10% Trinkgeld (propina) zu geben. Kofferträger und Zimmermädchen werden mit etwa 1 US$ pro Gepäckstück bzw. pro Nacht und Zimmer bedacht, Taxipreise kann man bei Zufriedenheit aufrunden.
Unterkunft
Das Land bietet eine grosse Vielfalt an Unterkünften. Diese reichen von Hängemattencamps über einfache Pensionen (Posadas), landestypische Lodges bis hin zu luxuriösen Hotels in den grösseren Städten und beliebten touristischen Zielen.
Versicherung
Der Abschluss eines Auslandkrankenschutzes ist unerlässlich; deshalb empfehlen wir eine Personenassistance (Annullierungskosten- und Rückreiseversicherung) abzuschliessen sowie die Unfall-, Kranken- und Diebstahlversicherung auf die Deckung weltweit erweitern zu lassen.
Wirtschaft
Venezuela hat vor der Entdeckung der Erdölvorkommen viel Kaffee, Kakao, Tabak, Zuckerrohr und Vieh exportiert. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die weltweit viertgrössten Erdölvorkommen bei Maracaibo und am Orinoco entdeckt. Die heimische Industrie nutzt als Nebenprodukt der Ölforderung das Erdgas. Die Erdölvorkommen sichern dem Staat ca. 80% der gesamten Einnahmen. Venezuela aber besitzt nebst den Erdölvorkommen über weitere und sehr umfangreiche Rohstoffvorkommen wie Eisenerz, Steinkohle und Bauxit (Rohstoff zur Aluminiumherstellung). Mit dem Guri-Staudamm besitzt Venezuela das weltweit zweigrösste Wasserkraftwerk der Welt und deckt damit die Hälfte des gesamten Strombedarfs Venezuelas ab.
Zeit
Trotz der Grösse des Landes ist die venezolanische Zeit überall einheitlich: MEZ minus 5 Stunden im Winterhalbjahr, minus 6 Stunden während der europäischen Sommerzeit. Die Tageslänge schwankt wegen der Äquatornähe nur gering; die Sonne geht kurz nach 6 Uhr auf und kurz nach 18 Uhr unter. Wie im englischen Sprachraum werden die Stunden nicht durchgezählt, sondern man differenziert zwischen erster (a.m.) und zweiter (p.m.) Tageshälfte.
Zoll
Ankommende Passagiere müssen am internationalen Flughafen Maiquetia bei Caracas eine Ampel mit Zufallsgenerator betätigen. Wenn ein rotes Licht aufleuchtet, wird das Gepäck mehr oder weniger gründlich durchsucht. Die Einfuhr von frischen Nahrungsmitteln und Pflanzen ist verboten. Tragen Sie nie Gegenstände für andere Personen durch den Zoll. Ihre Hilfsbereitschaft könnte missbraucht werden.
Allgemeine Hinweise
Bitte beachten Sie, dass an vielen Stränden teilweise Unterwasserströmungen auftreten können und eine starke Brandung herrschen kann. Der Hotel- und Servicestandard der Badeferienhotels auf der Isla Margarita liegt teilweise unter dem Standard der Karibikhotels.
